Engagement
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Glanz mit Geschichte
Im Rahmen der der Stadt Köln greifen 120 Beschäftigte verschiedener Kölner Unternehmen zu Paste, Schwamm und Lappen, um schwarz angelaufene Stolpersteine zu polieren. 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DEVK bringen so die Messingtafeln wieder zum Glänzen, die an NS-Opfer erinnern.
Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist. So heißt es im Talmud. Deshalb ist es wichtig, die Erinnerung an Verstorbene wachzuhalten. Gerade bei den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern nur als Nummern galten, ist das gar nicht so einfach.
Boden mit Botschaft
Doch Künstler Gunter Demnig hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, an die Schicksale dieser Menschen zu erinnern: vor allem an die jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die vom NS-Regime eingesperrt, in den Tod getrieben, deportiert, missbraucht und ermordet wurden. Mit seinen Stolpersteinen hat Demnig nach eigenen Angaben das größte dezentrale Mahnmal der Welt geschaffen.
„Die kleinen Messingtafeln, die mitten im Alltag vor unseren Füßen liegen, werden oft übersehen. Dabei erinnert jeder Stein an das Schicksal eines Menschen.“
Stolpersteine putzen – so geht's
Alle können mithelfen, die Erinnerung wachzuhalten – denn Stolpersteine gibt es in vielen Städten. Verlegt wurden schon über 116.000 in mehr als 1.860 Kommunen in 31 europäischen Ländern; die meisten davon in Deutschland.
Die Steine wieder zum Glänzen zu bringen, ist einfach:
- Groben Schmutz entfernen
- Putzpaste für Messing mit einem weichen Schwamm auftragen
- Bei starker Verschmutzung einwirken lassen
- Schrubben, bis der Stein wieder glänzt
- Zum Schluss mit Wasser abspülen
Steine mit Namen
Auch in Köln sind tausende Stolpersteine dort verlegt, wo die Menschen zuletzt gewohnt haben, bevor sie verschleppt wurden. Die Initiative geht meist von Nachfahren der Verfolgten aus, die sich oft jahrelang intensiv mit der Geschichte ihrer Familie beschäftigt haben. Zum und der Verlegung zweier neuer Stolpersteine kam auch Oberbürgermeister Thorsten Burmester.
Recherche mit Verantwortung
Um die Koordination kümmert sich das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Es unterstützt Angehörige bei der Erforschung von Familienschicksalen, recherchiert die Biografien der Verfolgten und organisiert die Verlegung von Stolpersteinen. Darüber hinaus vermittelt es Patinnen und Paten für die Stolpersteine.
Gedenken mit App
Alle über 18.800 Stolpersteine in Nordrhein-Westfalen sind in der Stolpersteine-App des WDR registriert. Hier kann man sich digital eine Route planen, Informationen über die Menschen abrufen, an die vor Ort erinnert wird, die Steine nach der Reinigung als geputzt kennzeichnen und sogar digital eine Kerze anzünden. Die Anwendung gibt es kostenlos zum Download im App Store und im Google Play Store.
Zum Aktionstag sind zwei neue Stolpersteine verlegt worden: für das Ehepaar Jenny und Adolf Lindemann. Während die benachbarte Familie Auerbach 1939 in die USA fliehen konnte, überlebten die Lindemanns die NS-Zeit nicht. Jenny Lindemann, geborene Rothschild (*1892), und Adolf Lindemann (*1898) wurden 1942 von den Nationalsozialisten deportiert und beide am 24. Juli 1942 in Maly Trostinec ermordet. Mit den Stolpersteinen bleiben ihre Namen und ihr Schicksal unvergessen.
Zusammenhalt ist wichtig
Für Menschen da zu sein, ist seit ihrer Gründung Aufgabe der DEVK. Als Versicherer, Arbeitgeber und Teil der Gesellschaft übernimmt das Unternehmen Verantwortung und setzt sich für Fairness, Vielfalt und Zusammenhalt ein.